Aktuelles

09. Oktober 2018

Forschungsprojekt zur Erschließung des Göttinger Grass-Archivs: Günter Grass als Buchgestalter


Im Oktober 2018 hat die Volkswagen-Stiftung ein auf zwei Jahre ausgelegtes, vom Lehrstuhl von Heinrich Detering und der SUB Göttingen beantragtes Projekt zur Erschließung des Göttinger Grass-Archivs bewilligt, das kurz zuvor im September von der Universität Göttingen erworben worden war.
Das Göttinger Grass-Archiv – in einem der ältesten Fachwerkbauten Deutschlands – dokumentiert die gesamte, über rund dreißig Jahre dauernde Zusammenarbeit zwischen dem Künstler und dem Göttinger Steidl-Verlag, bis zum letzten, kurz nach Grass‘ Tod erschienenen Buch Vonne Endlichkait. Das Archiv zeigt eindrucksvoll vor allem den Buchgestalter Günter Grass, der Bücher als Kunstwerke aus Text und Bild, typographischer und graphischer Gestaltung verstand und konzipierte.


11. Juni 2018

Thomas Mann Fellowship

Im Sommer 2018 ist Heinrich Detering Fellow im Thomas Mann House in Pacific Palisades. Einen Beitrag zu Thomas Manns Verbindungen zur First Unitarian Church of Los Angeles finden Sie hier.


10. März 2018

Goethe und die chinesischen Fräulein


Goethes Proklamation einer anbrechenden »Weltliteratur« im Jahr 1827 steht im Zeichen Chinas. Aus literarischen Begegnungen mit der Fremdheit dieser Kultur unternimmt er erste Versuche einer eigenen dichterischen Anverwandlung. Bereits vor den »Chinesisch-deutschen Jahres- und Tageszeiten«, seinem letzten großen lyrischen Zyklus, entsteht so ein erster und kleinerer Zyklus von fünf Gedichten über chinesische Dichterinnen. Da Goethe diese Texte als Übersetzungen ausgibt, obwohl es sich um freie Nach- und Neudichtungen handelt, sind sie in ihrer kulturellen Bedeutung und ihrem literarischen Rang noch immer zu entdecken. Zu ihrer Versuchsanordnung gehört das Spiel mit östlichen und westlichen Motiven ebenso wie die Neugier auf die Beziehungen von Poesie und Weiblichkeit.
Heinrich Detering und Yuan Tan machen die verschlungenen Wege sichtbar, auf denen Bilder und Verse der »chinesischen Fräulein« von Peking nach Weimar gelangten, und schildern, wie der alte Goethe in chinesisch-europäischen Rollenspielen noch einmal aufbricht in literarisches Neuland.


10. Oktober 2017

Forschungsfreisemester im WS 2017/18

Vom 9. Oktober 2017 bis zum 2. Februar 2018 ist Professor Heinrich Detering Fellow am Internationalen Kolleg „Morphomata“ in Köln. Der Titel seines Forschungsprojekts lautet: „Literatur als Totengespräch: Zwischen Hermeneutik und Kunstreligion“. In Göttingen wird er in dieser Zeit von Dr. Kai Sina vertreten. Unter der Rubrik „Lehre“ auf dieser Website finden Sie die Folien zu seiner Vorlesung „Literaturgeschichte III: Romantik, Vormärz, Biedermeier“.


13. März 2017

Vortrag über Thomas Manns Joseph-Roman

Am 8. März hat Heinrich Detering vor der Königlich Dänischen Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Kopenhagen bei der 6. Royal Academy Lecture in the Humanities and Social Sciences über »Religion und Erzählkunst in Thomas Manns Joseph und seine Brüder« gesprochen. Einen Mitschnitt des Vortrags finden Sie hier.


20. Januar 2017

»Bürger auf Abwegen« im Kieler Landeshaus


Die von Heinrich Detering gemeinsam mit Maren Ermisch und Anna-Lena Markus in Zusammenarbeit mit dem Heinrich-und-Thomas-Mann-Zentrum Lübeck und dem Theodor-Storm-Zentrum Husum kuratierte Ausstellung »Bürger auf Abwegen: Thomas Mann und Theodor Storm« wird zur Eröffnung des Storm-Jahres 2017 vom 20. Januar bis 21. Februar im Kieler Landeshaus gezeigt. Mehr Informationen finden Sie hier hier.


13. Dezember 2016

Bob Dylans »Tarantel« in einer neuen Ausgabe erschienen

Die Jahre 1965/66 markieren den ersten kreativen Höhepunkt in Bob Dylans Schaffen: Er schrieb einige seiner bekanntesten Songs wie »Mr. Tambourine Man«, »Like a Rolling Stone«, »Desolation Row«, »She Belongs to Me«, »Love Minus Zero«, »No Limit« und »Ballad of a Thin Man«. In dieser Zeit entstand auch »Tarantel«, eine Mischung aus experimentellem Roman und Prosagedicht. Als »Surrealismus auf Speed« und »fabelhafte Reise durch unser Zeitalter« wurde »Tarantel« nach der Veröffentlichung bezeichnet, »ein Narrenfest, lebendig und voller Tiefsinn«, »so melodisch wie wild.«
»Das Buch hat weder Anfang noch Ende«, sagte Bob Dylan selbst über seine erste Buchveröffentlichung. Heinrich Detering ordnet Dylans schriftstellerisches Debüt, das zweisprachig auf Deutsch und Englisch bei Hoffmann und Campe in Hamburg erschienen ist, in einem Nachwort in den Kontext seiner Entstehungsgeschichte und in Bob Dylans Gesamtwerk ein.
Leseprobe Tarantel


30. November 2016

Hamburger Ausgabe der Werke von Siegfried Lenz


In diesem Monat ist der erste Band der auf 25 Bände angelegten Hamburger Ausgabe der Werke von Siegfried Lenz erschienen. Diese Studienausgabe wird von Günter Berg und Heinrich Detering in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Literaturarchiv Marbach, der Siegfried Lenz-Stiftung Hamburg und dem Hoffmann und Campe Verlag Hamburg herausgegeben. Erstmals kann umfangreich der Nachlass von Siegfried Lenz im Deutschen Literaturarchiv für die Kommentierung herangezogen werden.
Die Ausgabe wird mit Lenz’ erstem Roman Es waren Habichte in der Luft eröffnet. Der Text wird zeichengetreu nach der Bucherstausgabe wiedergegeben, und ein ausführlicher Sachkommentar bietet Erläuterungen zur Entstehungs-, Überlieferungs- und Rezeptionsgeschichte, Hilfen zum Textverständnis, Deutungsansätze sowie ergänzende Dokumente zu Entstehung und Textvarianten.
Im Frühjahr und Sommer 2017 folgen zunächst die Bände Deutschstunde, Stadtgespräch und Duell mit dem Schatten.


22. November 2016

Mainzer Musikdozentur 2016

Professor Heinrich Detering ist der diesjährige Inhaber der Mainzer Musikdozentur. Diese wird von der Akademie der Wissenschaften und der Literatur sowie der Universität Mainz seit 2012 an Musiker und Musikwissenschaftler vergeben. Die öffentlichen Vorträge und Diskussionen im Rahmen der Dozentur richten sich dabei nicht nur an ein akademisches Publikum. Heinrich Detering ist der erste Literaturwissenschaftler, der die Dozentur erhält. Sein Thema ist das Werk Bob Dylans, das in exemplarischer Weise die schöpferischen Beziehungen von Musik und Poesie erkundet. Er spricht am Mittwoch, den 23. November 2016, über „Bob Dylans Shakespeare“.


19. Oktober 2016

Am 19. Oktober erscheint das neue Buch über Thomas Mann

„Ein Werk“, so hat Thomas Mann 1942 bekannt, „muß lange Wurzeln haben in meinem Leben, geheime Verbindungen müssen laufen von ihm zu frühesten Kindheitsträumen“ – zu Sehnsüchten und zu Alpträumen gleichermaßen. Von solchen geheimen Verbindungen, handelt dieses Buch, von Thomas Manns Lübecker Schutzgeistern und Dämonen.
Immer wieder wird, wenn es um Thomas Manns Verhältnis zu seinem Herkunftsort geht, an die Rede über Lübeck als geistige Lebensform erinnert: ein Bekenntnis zur Stadt der Buddenbrooks. Doch von Beginn an
ist Thomas Manns Vaterstadt auch erfüllt von Dämonen. „Es hockt in ihren gotischen Winkeln und schleicht durch ihre Giebelgassen etwas Spukhaftes, allzu Altes“, schreibt er an seinen Bruder Heinrich; auch aus
diesem „nicht ganz geheuren Stadtspuk“ aber leite sich sein Künstlertum ab. So lassen sich bei genauer Lektüre schon in Buddenbrooks die Gespenster erkennen, die eine geordnete Bürgerwelt ins Zwielicht rücken und die noch Jahrzehnte später, im Doktor Faustus, schauerlich wiederkehren werden.