Seminar: Albrecht von Haller

Der Dichter und Universalgelehrte Albrecht von Haller war eine der maßgeblichen Gestalten der Akademie und Universität Göttingen im 18. Jahrhundert. An seinem Werk lassen sich exemplarisch Denkformen und Schreibverfahren der frühen Aufklärung studieren: Sein Lehrgedicht “Die Alpen” (1729) gehört zu den Gründungstexten einer ökologisch reflektierten Naturpoesie und dient noch Lessing als Musterbeispiel einer “malenden” Dichtung; seine Liebeslyrik wirkt noch bis ins Werk des jungen Goethe hinein fort; seine philosophischen Gedichte “Über den Ursprung des Übels” und “Unvollkommenes Gedicht über die Ewigkeit” erörtern die Theodizeefrage in intellektueller Nachbarschaft zu Leibniz; sein Roman “Usong” erörtert in chinesischer Verkleidung Grundfragen aufgeklärter Politik; seine ungemein umfangreiche Wissenschaftspublizistik umfasst alle Bereiche des Wissens.

Das Seminar konzentriert sich auf kürzere Texte aus den genannten Bereichen – und zwar so weit wie möglich an originalen Schauplätzen in der Stadt Göttingen und im Harz (Haller ist einer der ersten literarischen Harzreisenden).

Literatur:
Zur Vorbereitung empfehlen sich die genannten Gedichte, die in dem Reclam-Bändchen “Die Alpen” gesammelt sind sowie zur Einführung der Sammelband “Albrecht von Haller: Leben – Werk – Epoche”, Göttingen 2008.

Mittwoch 10:15 – 11:45, SDP Raum 1.204