Seminar: Irmgard Keun

Als Bestsellerautorin der Neuen Sachlichkeit wurde Irmgard Keun in der Endphase der Weimarer Republik bekannt; als Autorin des Exils während der NS-Zeit verarbeitet sie in einzigartiger Weise Innenansichten des deutschen Alltags; als zeitkritische Satirikerin der Nachkriegszeit wurde sie erst jüngst wiederentdeckt. Heute gilt sie als eine der interessantesten und zugleich unterhaltsamsten deutschen Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts. Das Seminar soll exemplarische Texte ihres Gesamtwerks sowohl analysieren als auch politisch, historisch und literarisch kontextualisieren und in unterschiedlichen theoretischen Horizonten situieren.

Literatur:
Verbindliche Textgrundlage ist die 2017 erschienene dreibändige Ausgabe “Irmgard Keun: Das Werk”. Zur Vorbereitung empfiehlt sich extensive Lektüre in allen drei Bänden. Besprochen werden sollen im Seminar die Romane “Das kunstseidene Mädchen” (1932), “Nach Mitternacht” (1937), “D-Zug dritter Klasse” (1938), “Bilder aus der Emigration” (1947), Auszüge aus dem Roman “Ferdinand, der Mann mit dem freundlichen Herzen” (1950) sowie kürzere Prosatexte und Gedichte aus der Zeit von 1940 bis 1962. Eine biografische Übersicht gibt Hiltrud Häntzschel “Irmgard Keun” in der Reihe der Rowohlt-Monografien; Einführungen in die einzelnen Texte finden sich in den Kommentaren der genannten Ausgabe.

Montag 10:15-11:45, Raum SDP 1.245 (Medienraum)

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