WS 2020/21: Aufbauseminar: Bücher und Barrikaden: Freiheitstexte der deutschen Literatur

Als 1837 mit den “Göttinger Sieben” auch Jacob Grimm aus seiner Professur an unserer Universität entlassen wurde, nahm er diesen öffentlichen Skandal zum Anlass für eine Schrift, in der er grundlegend das Verhältnis von Wissenschaft und Geistesfreiheit erörterte. Der Rebell wider Willen schrieb damit eine der großen literarisch-politischen Streitschriften der deutschen Literaturgeschichte.

Von dieser Gründungsszene auch des akademischen Faches “Germanistik” aus sollen in diesem Seminar berühmte und vergessene Freiheitstexte der deutschen Literaturgeschichte neu gelesen werden – von Martin Luthers Von der Freiheit eines Christenmenschen über Lessings Schriften gegen Goeze, Georg Büchners Hessischen Landboten und das Kommunistische Manifest von Karl Marx und Friedrich Engels bis zu Thomas Manns Rundfunkansprachen Deutsche Hörer!, von Bettina von Arnims Dieses Buch gehört dem König bis zu Bertha von Suttners Die Waffen nieder! Jacob Grimms Spuren folgend, soll dabei das Verhältnis der Wirkungsabsichten und der spezifisch literarischen Schreibverfahren ebenso in den Blick kommen wie die Beziehungen zwischen intellektuellen, politischen und sozialen Freiheitskonzepten.